Standort konnte die Kriterien des 10-Punkte-Programms für Hochhäuser nicht erfüllen

Die Errichtung neuer Hochhäusern wird in Linz oft sehr kontrovers diskutiert. Von Hochhausskeptikern wird der Vorwurf erhoben, Linz agiere in Hochhausfragen willkürlich und ohne jeglichen Plan. Dabei wird gerne außer Acht gelassen, dass in der oberösterreichischen Landeshauptstadt, ähnlich wie in vielen anderen Städten, jedes Hochhausprojekt einen sehr aufwendigen Prozess durchlaufen muss. Mit dem Linzer 10-Punkte-Programm für Hochhäuser wird jedes Projekt auf Herz und Nieren geprüft. Damit ein Hochhaus in Linz, von der Idee bis zum Vorliegen aller notwendigen Bewilligungen, verwirklicht werden kann, vergehen daher auch mehrere Jahre. Das Prüfungsergebnis für den Urfahraner Weinturm liegt nun vor. An dem gewählten Standort kann dieses Projekt nicht realisiert werden.„Im Einvernehmen mit dem Projektbetreiber stoppt die Stadt Linz nun dieses Bauvorhaben. Obwohl dieses Projekt städtebaulich interessant war, hat es unseren selbst auferlegten Kriterienkatalog nicht erfüllt. Das zeigt eindeutig, dass jedes einzelne Projekt korrekt geprüft wird und keine politische Willkür Raum greift. Urfahr ist ein dynamischer Stadtteil mit vielfältigem Entwicklungspotenzial. Viele Linzerinnen und Linzer wollen in diesem Stadtteil leben. Wir müssen dennoch ganz genau überlegen, welche Projekte wo Sinn ergeben und unseren Kriterien entsprechen“, betont Bürgermeister Klaus Luger.

„Im Linzer 10-Punkte-Programm für Hochhäuser werden alle relevanten städtebaulichen Fragen eingehend behandelt – auch die immer diskutierte Standortfrage ist ein wesentlicher Teil der Prüfung. Selbstverständlich musste auch das Projekt in der Kaarstraße dieses Programm durchlaufen. Es konnten aber zentrale Voraussetzungen nicht erfüllt werden. Das wesentliche Problem ist nicht Architektur, sondern die Standortwahl. Wenn auch dieser Turm architektonisch zu den besten Projekten in Linz zählt, kann er deshalb nicht verwirklicht werden. So konnten konkret die Kriterien der Belichtung beziehungsweise Besonnung nicht erfüllt und der Mehrwert für die Stadt nicht endgültig dargestellt werden. Außerdem werden die Interessen Dritter maßgeblich negativ beeinflusst“, erklärt der zuständige Infrastrukturstadtrat Markus Hein.

Bürgermeister Luger und Stadtrat Hein stellen abschließend unisono klar, dass in dem von der Stadt Linz gewählten diskursiven Prozess jedes Projekt seriös geprüft werde. Beide lassen sich durch Zurufe aus der Politik oder die Forderungen anderer Interessengruppierungen nicht davon ablenken. „Der Durchlauf des 10-Punkte-Programms für Hochhäuser hat sich als Prozess eindeutig bewährt. Wir wollen – trotz strenger Qualitätskriterien – eine Stadt des Ermöglichens und nicht des Verhinderns bleiben!“, so Luger und Hein abschließend.