Im Juli beschloss der Linzer Gemeinderat den Antrag, Linz zur „Klimastadt“ zu entwickeln und analog zur Friedenserklärung als Basis für die Friedensstadt Linz auch eine Klima-Nachhaltigkeitserklärung samt Maßnahmenkatalog zu entwickeln.

„Wir haben im Sommer die Zeit genutzt, sämtliche bis dahin auf den Tisch liegende Ideen zu sammeln. Ich habe die Stadtsenatsmitglieder gebeten, in ihren Ressorts die Möglichkeiten auszuloten, einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz zu leisten. Wir haben ExpertInnen, etwa von der Johannes-Kepler-Universität, kontaktiert und uns intensiv mit dem UN-Programm für ´SDG Cities´ (Sustainable Development Goals) auseinandergesetzt. Das ist eine eigene Plattform für Städte, die sich den 17 Nachhaltigkeitszielen  der UNO verschreiben, und wir befinden uns weltweit auf einer Shortlist von 25+5 Städten, die hier eine Leuchtturmfunktion einnehmen können“, erläutert Bürgermeister Klaus Luger die bisherigen Aktivitäten für Maßnahmen gegen die negativen Auswirkungen des Klimawandels.

Klima-Plan soll am 7. November im Gemeinderat beschlossen werden

Nun sei es Zeit, den nächsten Schritt zu tun: „Ich erwarte mir für die Gemeinderatssitzung am 26. September noch weitere Anträge zum Klimaschutz. Auch die SPÖ wird weitere Initiativen einbringen. Wir schlagen vor, diese Anträge und Resolutionen nicht sofort zu beschließen, sondern sie allesamt dem Stadtsenat zuzuweisen“, erklärt Bürgermeister Luger sein Vorhaben. Dort sollen bei einer eigenen Klausur alle fraktionellen Ideen und die Vorschläge aus den Ressorts beraten werden und für den November-Gemeinderat am 7. November in einen ganzheitlichen „Klimaplan“ gegossen werden. „Wir haben bei der Analyse von Anträgen und Abstimmungsverhalten aus der Vergangenheit gesehen, dass es diese gemeinsamen Beratungen braucht. Nur so schaffen wir es, ähnlich wie bei der Friedenserklärung das große Ganze in den Fokus zu rücken“, ist Bürgermeister Klaus Luger überzeugt.

Eine Klima-Milliarde für die Industrie

In Folge brauche es natürlich auch die Einbeziehung bzw. Berücksichtigung weiterer wichtiger Säulen der Stadtentwicklung. „Ich habe im Zusammenhang mit dem Ars Electronica Festival davon gesprochen, dass Industrie UND Umwelt zur DNA unserer Stadt gehören. Darum braucht es auch bei der Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels das Miteinander mit der Industrie. Die CO2-intensiven Produktionsbetriebe am Standort Linz haben schon viel geleistet, um Linz zur saubersten Industriestadt zu machen. Um ihre Anstrengungen intensivieren zu können und trotzdem ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, braucht es aber die Unterstützung von uns allen. Darum fordern wir von der künftigen Bundesregierung eine Klima-Milliarde für die Industrie, um in die Forschung und Umsetzung klimafreundlicher Produktionsweise investieren zu können und die begonnenen Prozesse zu beschleunigen“, meint Luger.

Schwerpunkte Klima und Soziales im Stadt-Budget 2020

Für die Stadt selbst sehen Luger und der Fraktionsvorsitzende der SPÖ, Gemeinderat Stefan Giegler, eine notwendige Weiterentwicklung, die sich natürlich auch im Budget und in der Verwaltungsstruktur niederschlagen muss: „Linz hat sich zur saubersten Industriestadt, Friedensstadt, sozialen Musterstadt, europäischen Kulturhauptstadt und innovativen Lebensstadt entwickelt. All diese Entwicklungsschritte waren deshalb erfolgreich, weil nicht ein Schwerpunkt den anderen ablöste oder gar auslöschte, sondern wir sie gemeinsam weiterentwickelt und strukturell verankert haben. Das gilt auch für eine erfolgreiche Weiterentwicklung zur Klimastadt“, kündigen Luger und Giegler die Schwerpunkte Klima und Soziales für das Budget 2020 an.