Acht Ehrenzeichen und Medaillen der Stadt Linz vergeben

Mit Ehrenzeichen und Medaillen der Stadt Linz wurden am Montag, 9. September, acht Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens durch Bürgermeister Klaus Luger ausgezeichnet. So erhielten Dr. Reiner Steinweg das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Humanität, Vorstandsdirektor a.D. DI Wolfgang Dopf, MBA und DI Dr. Markus Liebl das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Wirtschaft, KR Franz Penz das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Wirtschaft sowie Wolfgang Ortner das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Kultur. Ferner wurden Beate Adam mit der Humanitätsmedaille sowie Dr.in Rosemarie Schuller und Josef Lißberger mit Kulturmedaillen für ihre Verdienste geehrt.

Dr. Reiner Steinweg hat sein Leben in den Dienst des Friedens gestellt und vor allem Linz zu einer wahren Friedensstadt gemacht hat. 1939 in Schlesien geboren, ist er in den Wirren des Krieges und der chaotischen Nachkriegszeit aufgewachsen und hat die fürchterlichen Auswirkungen als Kind und Jugendlicher hautnah miterlebt. Diese dramatischen Erlebnisse prägten seinen späteren Lebensweg. An mehreren Universitäten, etwa in Paris, studierten Dr. Steinweg Literaturwissenschaft und Geschichte. Das Staatsexamen und die Promotion folgten 1969 in Kiel. Sein Zweitstudium, Politikwissenschaft und Soziologie mit Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung, begann er 1971 in Frankfurt am Main mit einem Stipendium der gerade gegründeten Berghof Stiftung für Konfliktforschung. Seit 1986 lebt er in Linz und hat in Kooperation mit der Friedensstadt Linz und dem Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung die Außenstelle „Friedensforschung Linz“ gegründet und mehrere Forschungsprojekte, darunter etwa „Gewalt in der Stadt“, durchgeführt.

Vorstandsdirektor a.D. DI Wolfgang Dopf MBA hat jahrelang die Weichen für einen zukunftsorientierten Ausbau von Erzeugungskapazitäten und Leitungsnetzen stellte. Nach langjährigem Wirken als Chef der Kraftwerke bis Frühjahr 2019 stand er zehn Jahre lang an der Spitze des Energieressorts mit aktuell etwa 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In diesem Zeitraum schufen Investitionen von gigantischen 710 Millionen Euro die technischen Voraussetzungen für höchste Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Unter seiner Leitung waren entscheidende Fortschritte zu verzeichnen: So die 2004/2005 erfolgte Umstellung des Fernheizkraftwerks Mitte auf die Gas- und Dampfturbinentechnologie. 2005 wurde dort zusätzlich eines der größten Biomasse-Kraftwerke Österreichs eröffnet. Mit dem Bau des benachbarten Fernwärmespeichers entstand ein weiteres Schlüsselelement des Kraftwerksparks Linz-Mitte. 2009 wurde mit der Gas- und Dampfturbinen-Linie 1B die Erzeugungskapazität für Strom- und Fernwärme ausgebaut. Auch beim Ausbau des Strom- und Fernwärmenetzes waren unter seiner Leitung Entscheidendes geschehen. 2008 überschritt das Fernwärmenetz erstmals die Stadtgrenzen von Traun und Leonding. In seiner Zeit im Vorstand der Telekom stieg die Länge des Lichtwellenleiter-Kabelnetzes um zirka die Hälfte auf knapp 1.900 Kilometer. 2014 nahm die Linz AG Telekom eines der sichersten und modernsten Rechenzentren Österreichs in Betrieb, das mit neuen Angeboten wie „cityBackup“ nach wie vor eine wichtige Säule des Geschäftszweiges darstellt.

Komm.-Rat Franz Penz führt als Chef eines Modehauses mit Tradition in der heutigen Zeit seine Geschäfte noch immer unabhängig von Einkaufsvereinigungen. 1977 hat er den elterlichen Betrieb übernommen und wurde Geschäftsführer der neu gegründeten Penz Mode GesmbH & Co KG an der Landstraße 49 und 54. 2008 erfolgte die Erweiterung auf drei Standorte an der Landstraße. Als Vorstandsmitglied des „Linzer City-Ringes“ war er ein engagierter Botschafter der Stärken der Einkaufsstadt Linz. Sein Wirken als Obmann der Bezirksstelle Linz-Stadt ab 1995 würdigte die Wirtschaftskammer 2003 mit der Verleihung ihrer Silbernen Ehrenmedaille. Durch seinen besonderen Einsatz als Gremialvorsteher des oberösterreichischen Textilhandels und als Spartenobmann hast du einige wirtschaftspolitische Erfolge erreicht, wie die Verhinderung des geplanten Factory Outlet-Centers in Schärding zum Schutz des Linzer Handels. Franz Penz gehörte von 1980 bis 2015 dem Landesgremialausschuss des Textilhandels und ab 1985 dem Bundesgremialausschuss an. Von 1986 bis 1995 war er Vorsteher-Stellvertreter des Landesgremiums, danach bis 2010 Gremialvorsteher. Im Jahr 2000 wurde er zum Obmann der Sektion Handel der Wirtschaftskammer Oberösterreich gewählt. Diese Funktion hatte er bis 2014 inne. Seit 2007 wirkt er zudem als Präsident des Kaufmännischen Vereins Linz.

DI Dr. Markus Liebl hat bereits während seiner Schulzeit als Ferialpraktikant in der Brauerei Zipf gearbeitet. Er hat an der Wiener Universität für Bodenkultur Gärungstechnologie sowie an den Universitäten Wien und Salzburg Rechtswissenschaften studiert. Der Weg des promovierten Juristen und Diplomingenieurs der Lebensmittel- und Gärungstechnologie führte ins Bierfach. Zuerst folgte eine Lehrtätigkeit an der Berufsschule für Brauer und Mälzer, dann die Arbeit in der Versuchsstation für das Gärungsgewerbe und schließlich die Funktion des Lektors im Fach „Technologie der Brauerei“ an der Universität für Bodenkultur. Nach mehreren Auslandsaufenthalten wurde er 1984 Mitarbeiter der Österreichischen Brau AG mit verschiedensten Funktionen in Linz, Schwechat und Liesing und ab 1990 in Ungarn. 2003 erfolgte die Übernahme der Brau Union durch Heineken. Zehn Jahre lang – von 2007 bis 2017 – hat Dr. Liebl die Brau Union Österreich AG als Generaldirektor geleitet. Seit 2018 wirkt er in der wichtigen Funktion des Vorstandsvorsitzenden in der Brau Union AG.

Wolfgang Ortner hat mit dem Erhalt des Linzer Kellertheaters, das er seit 30 Jahren leitet, wesentlich zum kulturellen Leben der Stadt beigetragen hat. Inhaltlich hat er sich auf den gehobenen Boulevard spezialisiert, hat aber während der vergangenen Jahre stets neue Konzepte hinzugefügt. Wolfgang Ortner ist als Theaterkind aufgewachsen. Auf Wunsch seines Vaters hat er das Konservatorium absolviert. 1980 spielte er in der Kislinger-Uraufführung „Kalt und warm“ erstmals am Kellertheater. 1990 hat er die Theaterleitung von seinem Vater Helmut, der vor 65 Jahren das Kellertheater mitbegründet hat, übernommen. Theaterspielen liegt der Familie Ortner im Blut – auch sein Sohn Max studierte an der Anton Bruckner Privatuniversität Schauspiel.

Die Linzer Altstadt ist wieder in Mode! – dafür mitverantwortlich ist Dr.in Rosemarie Schuller vom Verein Altstadt neu, nachdem sie 2006 als Obfrau die Leitung übernommen hat. Sie hat sich jahrelang um eine positive Entwicklung bemüht: So wurde die Altstadt durch ihr Engagement von einer reinen Fortgehmeile zu einem Viertel mit hoher Lebensqualität – mit dem Ziel, dass die BewohnerInnen wie auch Gäste die Altstadt qualitätsvoll erleben, gute Geschäfte und eine entsprechende Tagesgastronomie antreffen. Mit zahlreichen Veranstaltungen – mehr als 40 wurden mitunter jährlich organisiert und abgewickelt – ist es ihr und ihrem Team gelungen, neue Besuchergruppen anzulocken. Erlöse aus ihren Aktivitäten, wie dem „Nikolauf“, kamen karitativen Einrichtungen zugute. 2016 war sie und ihr professionelles Organisationsteam – Sissi Pröll und Roland Pachner – erstmals Veranstalter und Organisator des dreitägigen Altstadt-Festes „Wein und Kunst“.

Johann Lißberger ist seit Jahrzehnten eng mit dem Linzer Konzertverein verbunden. Zuerst als aktiver Musiker, dann als Kassier und nunmehr als Obmann beziehungsweise Präsident. Das einzigartige Amateurorchester ist im Linzer Kulturgeschehen tief verwurzelt. Neben der Aufführung von sinfonischen Werken, ist dem Linzer Konzertverein vor allem auch die Förderung von jungen Talenten ein zentrales Anliegen. Viele inzwischen bekannten Solisten haben hier ihre ersten musischen Erfahrungen gemacht. Beruflich trat Johann Lißberger in die Dienste der Sparkasse in Peuerbach und erklomm die Karriereleiter vom Schalterbeamten bis zum Direktor mit der Funktion des Bereichsleiters für den Zahlungsverkehr. 2010 wurde er schließlich zum Obmann und in der Generalversammlung im April 2016 einstimmig zum neuen Präsidenten des Linzer Konzertvereins gewählt.

Beate Adam hat sich in ihrer jahrelangen Arbeit stets für interkulturelles Lernen eingesetzt, bei dem auch die Muttersprache eine wichtige Rolle spielt. Dabei war der Fokus nicht nur auf Kinder gerichtet, auch die Eltern wurden aktiv integriert. 1986 hat sie am Magistrat als Kindergartenpädagogin begonnen. 1999 brachte der Wechsel in den Kindergarten Anastasius-Grün-Straße eine neue große Herausforderung. Dort gelang ihr in Teamarbeit wesentliche Fortschritte bei der Vermittlung der deutschen Sprache zu erreichen. Mit dem Deutschkurs für Mütter unter dem Titel „Mama lernt Deutsch“, war ihr Kindergarten der erste in Österreich, bei dem ein innovatives Integrationsprojekt umgesetzt wurde. Beim Institut für interkulturelle Pädagogik konnte sie zudem den Bereich zur Förderung der Mehrsprachigkeit im Vorschulbereich aufbauen. Ab 2007 gelang Beate Adam in intensiver Überzeugungsarbeit, wichtige Pilotprojekte umzusetzen, wie etwa die Rucksackgruppen. Weitere Projekte sind das „FrauenCafe“, die „Elternschule“ oder „Fit für die Schule“.